Gegenseitiges Vertrauen ist der wichtigste Baustein für eine erfolgreiche Therapie

Ambassador interview mit Larissa Cano | 3. März 2021

Wie lange bist du bereits therapeutisch tätig?

Ich bin seit 2013 als Psychotherapeutin tätig. Meine ersten klinischen Erfahrungen habe ich im teilstätionären und stationären Setting gemacht. Dies hat mich in Bezug auf die Psychopathologie sehr geprägt und gestärkt. Später in der Privatpraxis habe ich den Fokus auf die Psychotherapie gelegt und die Möglichkeit ergriffen mich als systemische Therapeutin zu finden. Nun bin ich seit 2017 als selbstständig erwerbende Psychotherapeutin tätig.

 

 

 

Wie bist du zur Psychologie / Psychotherapie gekommen? 

Schon früh weckte mich das Interesse an zwischenmenschlichen Beziehungen. Dies führte dazu, dass ich mich für ein Psychologiestudium an der Universität Zürich entschied. Es sind die individuellen Geschichten, die mich immer wieder aufs Neue inspirieren und mich dazu motivieren dem Menschen hinter dieser Geschichte eine Unterstützung zu sein. 


 

Was treibt dich heute noch an?


Den Menschen zu helfen ihre dysfunktionalen Muster zu unterbrechen und sie auf ihrem neuen Weg begleiten zu dürfen erfüllt mich sehr. Ich sehe mich in diesem Prozess nicht als Expertin des Problems, sondern vielmehr als Fachperson in Bezug auf die Ressourcenaktivierung der Klienten und Klientinnen. Dabei spielt die Beziehung zwischen ihnen und mir eine grosse Rolle, worauf ich viel Wert lege. 

 

Wie rasch können sich positive Resultate einstellen und auf was kommt es an?

Ich mache die Erfahrung, dass es teilweise nicht schnell genug gehen kann wieder den Status „gesund“ zu haben. Doch funktioniert unsere Psyche, und das aus gutem Grund, nicht nach Rezeptbuch. Wie lange ein persönlicher Prozess dauert ist abhängig vom Individuum selbst. 

Hierzu eine kleine Geschichte: Ein Wanderer im Himalaya frägt einen Mönch: „Wie lange werde ich brauchen um diesen Berg zu besteigen?“, der Mönch antwortet mit: „das kann ich ihnen im Moment nicht sagen“. Der Mann ist irritiert über die Antwort und wundert sich, dass ihm der Mönch keine bessere Antwort geben kann, da er sich ja in der Bergregion gut auskennt. Der Mann macht sich auf den Weg. 
Nach einer Weile meldet sich der Mönch mit lauter Stimme und ruft dem Mann hinterher: „sie werden ca. 2 Tage brauchen!“ Der Mann kehrt zurück um nachzufragen, wieso er die Antwort nicht gleich sagen konnte. Der Mönch antwortet: „Ich musste zuerst sehen, mit welchem Tempo sie unterwegs sind“.

“Ich begegne ihnen stets auf Augenhöhe und habe grossen Respekt vor ihrer Geschichte”

 

Welche Therapierichtung bedienst du dich mehrheitlich und wieso?

Als Systemische Psychotherapeutin begegne ich Klienten/innen stets auf Augenhöhe und habe grossen Respekt vor ihrer Geschichte. Lösungsorientiert versuchen wir gemeinsam neue Handlungswege zu eruieren und gleichzeitig Ihre Ressourcen zu aktivieren. Durch das Einbeziehen anderer Mitglieder (Ehepartner/innen, Freunde, Familie etc.) erlaubt es uns den Blickwinkel zu erweitern und dysfunktionale Beziehungsmuster zu unterbrechen. 

 

Wie grenzt sich diese Therapiemethode von anderen Richtungen ab? 

In der Systemischen Therapie arbeiten wir nicht symptomorientiert im Sinne einer klassischen diagnostischen Abklärung. Wir gehen davon aus, dass psychische Probleme aufgrund von Störungen im sozialen Kontext, insbesondere in der Interaktion mit der Umwelt entstehen. Durch das Klarmachen der bisherigen interaktionellen Muster können solche Kommunikationsmissverständnisse aufgelöst werden. Entscheidend dabei ist der persönliche Leidensdruck und der Umgang damit und weniger die Anzahl Symptome.

 

Was erwartet deine Klienten in einer von dir durchgeführten Therapiesitzungen?

Es ist mir ein grosses Anliegen herauszufinden, warum sich jemand gerade jetzt zu einer Psychotherapie entschlossen hat. Was sind die Beweggründe? Gibt es einen Auslöser? Und natürlich, was möchte erreicht werden? Manchmal sind diese Fragen jedoch für die Person selber noch nicht beantwortbar. Dann werden wir gemeinsam herausfinden, was womöglich das Ziel sein könnte. 

 

Was passiert in der ersten gemeinsamen Sitzung? Braucht es eine Vorbereitung?

Der Fokus in der Anfangsphase liegt vor allem im Aufbau einer gesunden Beziehung. Sprich, es muss ein gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden. Denn nur mit diesem Baustein lässt sich eine Therapie erfolgreich durchführen. Dafür braucht es seitens der Klientin/ des Klienten keine Vorbereitung, sondern lediglich die Motivation zur Veränderung. 

 

Welche Faktoren wirken sich positiv auf die gemeinsame Therapie aus? 

Ganz klar das gegenseitige Vertrauen zwischen der Klientin/ dem Klient und mir, sowie deren Veränderungsmotivation. Zudem muss eine Offenheit bestehen andere Perspektiven/Sichtweisen auf die Problembeschreibung zu zulassen. 

Larissa Cano

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